Einen so prägnanten Spitznamen wie „Tarzan“ kann Lars Koltschynski nicht vorweisen. „Aber wer weiß, vielleicht ergibt sich das ja noch“, sagt der 32-Jährige, der die Nachfolge von Andreas Oppermann antritt, mit einem Lächeln. Er übernimmt von ihm die Leitung des traditionellen Zeltlagers des TSV Katlenburg im französischen La Tranche sur Mer.
Oppermann hatte schon mehrfach an eine Übergabe gedacht, zum Beispiel 2014, als er per Fahrrad von Katlenburg nach Frankreich gefahren ist. Doch das war dem jetzt 64-Jährigen zu früh. Als er 60 war, kam Corona dazwischen. Da wollte „Tarzan“, wie der Katlenburger schon immer genannt wird, das Lager wieder in Schwung bringen, damit diese Tradition erhalten wird.
Lars Koltschynski, den es vor einigen Jahren von Hameln nach Katlenburg verschalgen hat und der beim TSV als Handballer, Trainer und Schiedsrichter eingestiegen ist, hat Andreas Oppermann schon vor drei Jahren als Nachfolger ins Auge gefasst, um sein Amt in jüngere Hände zu legen. Seine Überlegungen hat er allerdings für sich behalten. „Ich habe gesehen, wie gut er mit dem Nachwuchs umgehen kann!“
In den vergangenen drei Jahren war Koltschynski bereits mit im Zeltlager an der Atlantikküste. Als „Tarzan“, der das Lager 37-mal organisiert und geleitet hat, Lars im vergangenen Sommer gefragt hat, ob er das übernehmen würde, empfand der 32-Jährige das als besondere Ehre. „Verbunden mit einem guten Gefühl habe ich ja gesagt“, erläutert der Vertriebsleiter.
Für TSV-Chef Jürgen Hesse steht fest: „Das ist eine ausgezeichnete personelle Entscheidung.“ Froh ist er vor allem deshalb, weil es nahtlos weitergeht, denn auch das nächste Zeltlager Anfang Juli ist bereits wieder ausgebucht. Darunter sind auch Handballerinnen, die Lars Koltschynski trainiert.
Mit dabei sein wird natürlich auch „Tarzan“ mit Frau Manuela und den beiden Kindern Paul Frederick und Sophie Charlotte. „Wenn ich die Wahl hätte zwischen einer luxuriösen Kreuzfahrt und La Tranche, würde ich mich immer für das Zeltlager entscheiden.“ Das ist für ihn mehr als eine zweite Heimat. „Für meinen Mann ist das sein Lebenswerk“, sagt Manuela Oppermann, die ihren Mann genau dort kennengelernt hat und ihn seit Jahren unterstützt und begleitet.
Und für den neuen Lagerchef ist es ein tolles Gefühl, dass er vor Ort jederzeit auf die Erfahrung von Oppermann zurückgreifen kann. „Ich werde ihn ganz sicher auch als Dolmetscher brauchen.“ Während Koltschynski nur das zweiwöchige Lager des TSV Katlenburg betreut, bleiben die Oppermanns wie immer sechs Wochen in Frankreich. Dort finden weitere Lager für Jugendliche aus Einbeck und Oranienburg statt, für die bis jetzt ebenfalls „Tarzan“ zuständig war. Jetzt stehen das Familienleben und gemeinsame Unternehmungen vor Ort im Vordergrund.
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